Patras–Xylokastro
101 km, 540 hm, ø21,8 km/h
Coffee before Bike (CBB) war heute angesagt. Nach kurzer Einkaufstour in Patras wollte ich mir noch einen Kaffee genehmigen. Und der hat sich hingezogen. Double Cappuccino – der ist glaub einfach ein bisschen stärker – mal wieder mit Schoggipulver drauf. Wie es sich eigentlich gehört für mich, aber auf der Strecke bisher eher unüblich ist.
Im Zickzackkurs zirkle ich aus Patras hinaus – immer genau befolgend, was mir Komoot befiehlt. In den Städten ist das Ding Gold wert, dezent führt es mich um die neuralgischen Punkte rum, lässt mich wieder kurz auf eine Hauptstrasse einfädeln, um mich danach durch die Aussenquartiere zu schicken.
Die heutige Route führt danach – und das wäre auch für mich kartografischen Analphabeten ohne Navi möglich – plusminus der alten Nationalstrasse nach, die manchmal parallel, zum Glück aber häufig ein bisschen weiter weg eine Autobahn mit vielen Tunnels und Brücken als Nachfolgerin hat.
Zuerst ist das Meer kaum sichtbar, hinter Büschen, Fabriken oder Siedlungen versteckt, gegen Schluss führt die Strasse aber direkt dem Meer entlang – Infinity-Pool-mässig irgendwie.
In Aigio gibts Mittagessen, nachdem mir Komoot diverse Mal „Route wird umgeplant – Jetzt umkehren bitte.“ zugeraunt hat. Ich blieb stur. Und fahre wie ein kleiner Gott direkt in die Fussgängerzone, wo ich mich für einen Kafi-Imbiss-Laden entscheide. Komoot mässigt sich dann irgendwann und erspart mir die wüsten Schimpfwörter, beim Ausfahren von Aigio halte ich mich auch wieder vorbildlich an die Ansagen, was wohl zu Besänftigung beiträgt.
Noch einen Kafi in Krathio – mit einer sehr netten älteren Wirtin, mit der ich ein paar Takte auf Englisch plaudern kann. Es sei schwierig seit Covid, und jetzt noch die Rezession und überhaupt. Früher sei mehr gelaufen da. Gestern sei aber eine Gruppe Schweizer, auch mit dem Velo, hiergewesen. Nimmt mich Wunder, ob die auch von zu Hause hergefahren sind (ok, ich. habe ein bisschen „abgekürzt“, aber immerhin).
Die knapp 30 Kilometer bis nach Xylokastro sind natürlich wieder arg lang. Der zu Beginn forsche Gegenwind hat sich jedoch bereits vorher ein bisschen gemässigt. Und so komme ich eigentlich gar nicht schlecht vorwärts. Trotzdem: Es zieht sich. Trotzdem: Ich bin angekommen.
Etwas Feines zum Znacht, nach einer ausgiebigen Dusche. Morgen soll es regnen, hat die Wirtin im Kafi erzählt. Mal sehen, ob das dann wirklich so ist. Das wäre jetzt mal noch etwas wie eine Premiere: Regen beim Fahren. Sozusagen verspätete Reisetaufe. Aber eigentlich bleibe ich lieber Reiseungetauft.