Horrorstart und Happy End
Budva–Shkodër
90,1 km, 1064 hm, ø20,5 km/h
Ich schlenderte noch kurz durch die Altstadt und genehmigte mir einen Kaffee, unwissend, was mich jetzt dann grad erwartet.
Die ersten zehn bis fünfzehn Kilometer aus Budva raus waren schlicht und einfach der Horror: eine kurvenreiche, schmale Strasse, die recht steil war – und vor allem sehr viel Verkehr hatte. Dazwischen ich: das Hinderniss, der Bremsklotz, an dem man irgendwie vorbeikommen muss, koste es, was es wolle. Und wenn es dann so aussah, als ob der Tanklaster zwar nahe, aber doch noch im Toleranzbereich um mich herumkam, zog er viel zu früh wieder rechts rein – hat ja Gegenverkehr – und vergisst dabei wohl, dass er noch einen Anhänger hat.
Ich bin nicht so heikel, was Velo und Verkehr angeht, aber da hatte ich nun wirklich Schiss und war froh, mich auf einer kleinen Aussichtsplattform etwas entspannen zu können.
Alternativen gibt es keine. Ich muss da durch. Nachdem ich die Karte etwas studiert habe, gehts mir wieder besser. Das Gelände wird weiter, es wird bald weniger steil und hat weniger Kurven. Immerhin. Also am besten einfach durch, damit es bald vorbei ist.
Das war es dann auch. Immer noch waren definitiv mehr Autos unterwegs, als mir lieb ist, aber in verträglichem Mass. Etwa 25 km vor der Grenze geht es links weg, wieder über einen Hügel – aber diese Steigung wäre mir auch auf der Hautptstrasse nicht erspart geblieben. Durch kleine Dörfer schlängle ich mich bergauf, bis ich auf einem leicht abfallenden und windumwehten Hochplateau ankomme. Und dann: segeln. Geschwindigkeitsrausch. Brettern. Es geht dann irgendwann zurück auf die Hauptstrasse, wo ich auf Felix, einen 25-jährigen Deutschen treffe, der grad mal ganz weg ist von zu Hause. Abgemeldet, working traveler, Mit ihm überquere ich noch die Grenze, wir fahren Richtung Shkodër, wo er sich kurz vor der Stadt in die Büsche schlägt.
Ich habe für mich eine Unterkunft gebucht, da ich am heute Dienstag eben Diensttag habe für die Zeitung. Und bei der Gelegenheit nun endlich den Blog nachholen kann.
Shkodër ist nun schon deutlich anders als Budva. Eindeutig muslimisch geprägt, und wenn ich bisher erstaunt war, wie ähnlich zum Zuhause es funktioniert hat in den Ländern bisher, bin ich nun in einer anderen Welt sozusagen.
Vielleicht kommt noch was Kleines heute, aber vorläufig hab ich mal fertig.
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