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Entspannt rübergondeln und das Meer orgeln hören

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Obrovac–Zadar
56 km, 731 hm, ø18,8 km/h
 

Zmorgenaussicht

Normalerweise stelle ich ja den Wecker auf sieben Uhr. Heute nicht. So gegen acht krieche ich aus dem Bett, beäuge die Unordnung im Zimmer und gehe dann zuerst mal zmörgelen. Prioritäten setzen muss gelernt sein.

Und heute einfach keinen Stress. Der Plan ist mal nach Zadar zu gondeln, das ist nicht überaus weit, was mir grad sehr zupass kommt. Und weiter ist der Plan, jede Kaffeebar am Weg anzupeilen. So ein bisschen Slow-up, Sundays for Future, BFC (BIke for coffee), immerhin, wenn ich die Karte so im grösseren Kontext betrachte, bin ich grad recht zufrieden.

Und heute gehts ans Meer.

Parat in Obrovac
Erster Blick auf einen Adriaausläufer

Um halb elf bin ich bereit für die Abfahrt. Doch einen Kafi lang bleibe ich noch. Los also um viertel vor elf. Grad mal steil bergauf auf die Hauptstrasse oder über weite Strecken die ehemalige. Einsam hier. Alle paar Kilometer ein scheinbar verlassenes Dorf. Und heiss ist es. Aber es läuft gut, bis sich die Strasse gegen den recht starken Wind wendet. Ab da wirds anspruchsvoll.

Und von wegen gemütlich rübergondeln. Fehlanzeige. Gefälle und Steigungen lösen sich in schneller Folge ab. Keine Kaffeebar weit und breit. Ein paar Kilometer vom Overtourism entfernt ist man mitten in Bloody Nowhere. So nahe sind sich die Gegensätze.

Um 11.12 Uhr ein erster Blick aufs Meer, weit unter mir. Dann bergab über die Brücke, damit ich nachher wieder steil bergauf kann.

Erst kurz vor Zadar wieder Zivilisation. Unterdessen könnte ich mehr als einen Kaffee vertragen. Aus dem nicht erhältlichen Sandwich wird eine Pizza. Und reichlich Flüssigkeitsnachschub. 

Das Hafenbecken von Zadar

Zadar empfangt mich mit einem schönen Blich auf das alte Hafenbecken, wo ich in der Nähe auch meine Unterkunft gebucht habe, die ich ohne Probleme finde. Nach kurzer Dusche und ein bisschen Velopflege erkunde ich die Stadt. 


Zadar: Blick vom Hafenbecken durch die Altstadt an die Küste

Und höre dem Meer zu. Die Klanginstallation an der Strandpromenade verwandelt mit 35 wohl in Beton gegossenen Röhren den Wellengang des Meers in Töne – die Wellen des Meers kreieren so eine Wassermusik – manchmal lauter, manchmal leiser, man glaubt eine Melodie zu erkennen, und weg driftet sie. Bass, Tenor, Alt und Sopran wabern unvorhersehbar durcheinander, das Chaos wird immer mal wieder zur Ordnung, nur um gleich wieder dem Gesetz der Entropie zu gehorchen – und nicht unseren Hörgewohnheiten.


Dahinter ein verpasster Sonnenuntergang. Wie der wohl tönt?

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Flat-Rate Mainroad BFC
Wer hochfährt, kann tief runterfahren
 

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Montag, 28. September 2026

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