Flat-Rate Mainroad BFC
Zadar–Šibenik
Ich tendiere weiter südwärts. Anfangs mangels Alternativen, mittels mangels passabler Alternativen, gegen Ende trotz Alternativen auf der eigentlich für Velöler berüchtigten Hauptstrassenverbindung D8. Zu Beginn war wirklich nur diese Strasse erhältlich, nach gut 20 km führte mich die internationale Veloroute nach Turanj, wo ich ich im Rahmen von BFC (BFC zur Repetition: Bike for Coffee) einen ausgedehnten Kaffeehalt machte. Frisch “gestärkt“ schlenzt mich das Navi auf eine schittere Schotterstrasse. Der gebe ich tatsächlich eine Chance. Aber – sorry: My bike ain’t made for that, mates, and my current mindset ain‘t either.
Zurück auf die Strasse. Flach gehts zügig voran. Der Verkehr hält sich in Grenzen, ist allerdings einiges zügiger unterwegs als ich, was ich nicht sonderlich beschaulich empfinde.
Aber eben schon noch schön, wenn kurz nach Mittag schon die halbe Etappe geschafft ist. Ich bin nun in Pirovac, stelle mein Velo vor das Kaffee meiner Wahl – dort stehen schon zwei bepackte Tourenvelos –, gehe aber zuerst in die Bäckerei, um mir ein mit Käse überbackenes Brot zu kaufen.
Dann geselle ich mich an den Nebentisch zu den beiden anderen Tourenvelölern, sie ist Schweizerin aus Lausanne, er aus St Brieux in der Bretagne. Und genau von dort fahren sie bis nach Armenien, wenn ich das richtig mitgeschnitten habe. Aber sie haben – und lassen sich – Zeit.
Gegen Šibenik nimmt der Verkehr zu. Ich überquere noch die Brücke, unter der ich vor Jahren durchgesegelt bin – wir waren doch unter Segel, oder? Nachher wirds unerträglich, und gottseidank gibt es einen Abzweiger, von wo mich ein akut holpriger Weg Richtung Zentrum führt, von wo ich dann wieder auf normalem Terrain in die schöne Altstadt hinuntersegeln kann. Meine Bleibe für zwei Nächte, direkt am Meer – leider mit Blick auf den Hinterhof. Das Velo hat grad so Platz im Zimmer.
Ich schätze, dass Šibenik im Sommer arg überlaufen ist. So wie es sich jetzt präsentiert, ist es ein Bijou mit schöner Altstadt, in der sich Beizen und Boutiquen aneinander reihen, in engen Gassen geplästert mit dem glänzenden Steinplattenboden, wie dies schon in Zadar der Fall gewesen ist.
Ein letztes Bier, bevor ich den Blog dann im Zimmer finalisiere. Ich gehe jeweils recht früh undere. Das viele Pedalen fordert mich, und ich bin dann amix ganz glücklich, irgendwann den Tag zu beschliessen.
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